
Der Meta-Konzern: Profit wichtiger als Gesundheit?
Meta, der Konzern hinter Instagram, Facebook, WhatsApp und Threads, prägt den digitalen Alltag von Milliarden Menschen. Die Plattformen gehören zu den erfolgreichsten der Welt, und kaum ein Teenager kommt daran vorbei. Doch immer wieder steht Meta in der Kritik: Geht es dem Unternehmen wirklich um Sicherheit – oder vor allem um Gewinne?
In den letzten Jahren sind viele neue Informationen, Enthüllungen und auch politische Verfahren hinzugekommen. Zeit für einen klaren Blick darauf, was Meta wusste, was es verschwiegen hat und was sich seitdem verändert hat.
Wie Meta Geld verdient – und warum das zum Problem wird
Meta ist kein Wohltätigkeitsverein. Der Konzern verdient seine Milliarden damit, dass Menschen möglichst lange online bleiben. Je länger man scrollt, desto mehr Werbeanzeigen sieht man und desto mehr Geld verdient Meta.
Um das zu erreichen, nutzt Meta hoch entwickelte Algorithmen, die berechnen, welche Inhalte uns fesseln. Und genau hier beginnt das Problem:
Besonders gut funktionieren Inhalte, die starke Emotionen auslösen – Wut, Angst, Neid oder Aufregung. Solche Posts werden bevorzugt ausgespielt, weil sie dafür sorgen, dass wir länger dranbleiben. Das kann aber auch bedeuten: weniger Inhalte, die wirklich gut tun oder informieren.
Was Meta über die Wirkung auf Jugendliche wusste – und was erst später bekannt wurde
2021 erschütterten die Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen die Welt. Sie brachte interne Meta-Dokumente an die Öffentlichkeit, die zeigten: Meta wusste seit Jahren, dass Instagram das Selbstwertgefühl von Jugendlichen – besonders Mädchen – verschlechtert. Interne Präsentationen, die später über die Medien durchgesickert sind, enthielten Aussagen wie:
- „32 % der Teenager-Mädchen berichten, Instagram verschlechtert ihr Körperbild.“
- Essstörungsbezogene Inhalte werden systematisch verstärkt, wenn Jugendliche nach Diäten suchen.
- Negative Stimmung führt zu noch negativeren Inhalten.
Doch statt die Plattform sicherer zu machen, wurden viele Maßnahmen laut Haugen aus Kostengründen gestoppt oder verzögert.
Meta selbst stritt die Vorwürfe ab. Doch neue Untersuchungen aus 2024/2025 zeigen, dass Instagram weiterhin Inhalte verstärkt, die jungen Nutzerinnen und Nutzern schaden können (z. B. durch „algorithmische Spiralen“ rund um Schönheitsideale, Dating-Unsicherheit oder mentale Probleme).
Neuere Entwicklungen: Das passiert seit 2023/2024
Klagen in den USA: „Meta macht Kinder krank“
In über 40 Bundesstaaten in Amerika laufen Sammelklagen gegen Meta. Die Vorwürfe:
- gezielte Suchtmechanismen
- bewusst schädliches Design
- Irreführung von Eltern
- zu wenig Jugendschutz
Rekordstrafe in der EU
Meta verstößt laut Kommission der Europäischen Union (EU) in mehreren Punkten gegen ein bestimmtes Gesetz, nämlich den Digital Services Act (DSA):
- unzureichender Schutz Minderjähriger
- personalisierte Werbung für Teens
- fehlende Transparenz der Algorithmen
Die EU droht mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe, falls Meta seine Systeme nicht verbessert.
Mehr Jugendschutz – aber funktioniert es?
Meta hat neue Funktionen vorgestellt, darunter Zeitlimits, Schlafenszeiten, Warnhinweise bei sensiblen Inhalten und strengere Voreinstellungen für Minderjährige. Kritiker sagen jedoch:
Viele der Funktionen sind leicht zu umgehen oder wirken nur oberflächlich.
Fake News auf Meta: weiterhin ein großes Problem
Fake News verbreiten sich auf Facebook und Instagram schneller als seriöse Inhalte.
Das liegt nicht etwa daran, dass niemand Fakten prüft, sondern am System: Emotionale Inhalte erzeugen mehr Interaktionen und Interaktionen bedeuten für Meta mehr Werbegeld. Also werden sie häufiger ausgespielt. Gerade Jugendliche mit wenig Medienkompetenz sind anfälliger dafür. Ein einziger falscher Post kann Ängste auslösen, Vorurteile verstärken, Falschinformationen verbreiten oder extremistische Inhalte normalisieren. Meta betreibt zwar eigene „Fact-Checking-Programme“, doch Untersuchungen zeigen:
Sie sind zu langsam, zu klein und erreichen oft nicht die Zielgruppen, die sie am dringendsten bräuchten.
Ist Meta Profit wichtiger als die Gesundheit der User?
Die kurze Antwort: Es sieht oft so aus.
Die lange Antwort: Meta unternimmt zwar Schritte für mehr Sicherheit – aber fast nie freiwillig. Erst Druck von Politik, Öffentlichkeit, Whistleblowern und Forschenden führt zu Veränderungen.
Meta könnte soziale Netzwerke sicherer machen, hat aber über Jahre Entscheidungen getroffen, die eher dem Profit dienten als dem Schutz junger Menschen. Dazu gehören verzögerte Sicherheitsfunktionen, die Verharmlosung eigener Forschungsergebnisse, kostensparende Moderationssysteme und Lücken bei Jugendschutz & Alterskontrollen. Viele Experten sagen deshalb: Meta kann sicher – aber nur, wenn es muss.